Die Holzkirche Barsana

Eine Reise ins nördliche Rumänien

Die Gemeinde Barsana liegt etwa 18 km südöstlich der Stadt Sighetu Marmației. Sie ist eine der größten Gemeinden in Maramures und einer der wichtigsten Orte im Iza-Tal (Valea Izei).

Die gleichnamige Kirche wurde im Jahr 1720 erbaut. Der Innenraum der Holzkirche ist klein gehalten und mit prachtvollen Malereien versehen. Die Vorhalle der Kirche, der sogenannte Pronaos, ist sehr klein und tief und wurde ohne Fenster gebaut. Der Gemeinderaum hingegen, der Naos, ist, durch sein hohes Gewölbe, deutlich geräumiger. Aber auch hier dringt nicht viel Licht ein, da die Bauweise das einfach nicht zulässt.
Der Begriff „Bârsan“ bezeichnet einen Hirten, der eine Herde Schaffe mit langer Wolle hütete. Barsan war im Mittealter ein oft verwendeter Familienname. Das Kloster, zu dem die Kirche einst gehörte, existierte höchstwahrscheinlich  schon mehrere Jahrhunderte zuvor. Es gibt Dokumente vom 6. November 1405, die ein Kloster in jenem Gebiet erwähnen und beschreiben, dass die Kirche den Zwecken der Klostergemeinschaft bis 1791 diente; bis das Kloster letztendlich abgeschafft wurde und nur noch die Kirche übrig blieb.

UNESCO – Weltkulturerbe

Im Jahre 1802 beschlossen die Dorfbewohner, die nicht genutzte Kirche in deren Gemeinde zu integrieren, um sie vor Plünderungen zu schützen. Die Kirche befindet sich jetzt auf einem Hügel, umgeben von einem Obstgarten, und ist eine der acht Kirchen auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste. Sie wurde mit Balken aus Eichenholz auf einem Fundament aus massiven Steinblöcken gebaut. Sie hat einen rechteckigen Grundriss mit einem polygonalen Erker auf Höhe des Altars, der etwas schmaler als der Hauptkörper des Gebäudes ist.

Eine beeindruckende Reise nach Rumänien

Eine Inschrift im Gemeinderaum gibt Auskunft über Hodor Toader, der alle Wände im Jahre 1806 bemalt hat. Zu jener Zeit wurden die Gemälde aus Textilstücken hergestellt, an den Wänden befestigt und mit einer Schicht aus präpariertem Kalk versiegelt. Die Malereien, vor allem die am Altar und im Naos, wurden vom Barock- und Rokokostil beeinflusst, der in Transsilvanien im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts stark verbreitet war.

Die Wände wurden fast vollständig bemalt und stellen diverse biblische Szenen dar; beispielsweise das Paradies, das „Letzte Abendmahl“ oder den Kuss des Judas. Diese und noch viele andere prachtvolle Malereien können in Barsana bewundert werden.

Das Raumgefühl wird durch die hellen Wandfarben geschaffen, bei denen es sich überwiegend um Weiß-, Blau-, Rot- und Grüntöne handelt. Die Farben sind noch immer hervorragend erhalten und die Details der Gemälde kommen sehr gut zum Ausdruck. Der gesamte Innenraum der Kirche ist ein wahres Kunstwerk, was erklärt warum dieses einzigartige Gebäude  in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste aufgenommen wurde.

Bildquellen

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