Die Sixtinische Kapelle des Ostens – Voronet

Das Rumänien des Mittelalters

Die Klosteranlage Voronet  mit der Kirche zum „Heiligen Georg“ (Sfintul Gheorghe) ist das berühmteste mittelalterliche Denkmal in der Region Bucovina und befindet sich nur  5 km von der Stadt Gura Humorului entfernt, in der Nähe von Campulung. Der Baubeginn fand 1488 unter Stefan dem Großen statt und sollte an den Sieg in der Schlacht von Vaslui erinnern. Fertiggestellt wurde das Kloster allerdings erst 1547. In Rumänien ist es bekannt für seine leuchtenden Farben; besonders für das so genannte „Voronet-Blau“. Der Blauton wird von Fachleuten, aufgrund seiner Einzigartigkeit, mit dem Rubens-Rot oder dem Veroneser-Grün verglichen. Das Kloster wird auch die Sixtinische Kapelle des Ostens genannt. Bei der Architektur des Gebäudes handelt es sich um den, für die damalige Zeit typischen, moldauischen Stil.

Ein Urlaub voller Farben und Kunst

Das wesentliche Merkmal des Voronet-Klosters ist allerdings nicht nur der Blauton der Malereien, sondern auch die Widerstandsfähigkeit der Farben im Allgemeinen. Die von den regionalen Künstlern angewandte Maltechnik machte es möglich, die Fresken und Wandbilder seit über 500 Jahren, trotz rauer klimatischer Bedingungen, zu erhalten. Es ist beeindruckend, wie deutlich die Farben und Geschichten an den Wänden noch zu erkennen sind.

Einst befand sich der Eingang der Kirche in der Vorhalle (Pronaos), die in den Gemeinderaum (Naos) mit dem Altar führte. Somit wurden die drei grundlegenden Komponenten der byzantinischen Architektur beibehalten: Pronaos, Naos und der Altar. Später wurde das Waffenhaus der Westhälfte der Kirche hinzugefügt, wo man noch heute die bekannten Wandmalereien des Jüngsten Gerichtes bestaunen kann. Auch hier wurde das „Voronet-Blau“ verwendet, dessen natürliche Pigmente sich, je nach Feuchtigkeitsgrad der Luft, von Blau zu Grün verändern.

Über Israel und Rumänien

An der Südseite befinden sich Malereien, die den „Stammbaum Jesses“, Vater von David, dem König von Judäa und Israel, darstellen. Bedauerlicherweise haben Wettereinflüsse die Nordseite des Gebäudes stark beschädigt. Die Malereien wirken wie eine Art Gebet, das für die gewonnenen Schlachten und für das Retten des Landes Moldau abgebildet wurde. Innerhalb der Klosterkirche zeigen die Waldmalereien sehr deutlich, wie die Osmanen von den Moldauern besiegt wurden. Des Weiteren werden sowohl Geschichten aus der Bibel, als auch das alltägliche Leben der damaligen Bevölkerung dargestellt:

Eva wird als Hausfrau abgebildet, die mit Wolle arbeitet, Adam ist als Bauer zu sehen, der mit einem hölzernen Pflug von Ochsen gezogen wird, Abel bewacht seine Schafsherde und die Engel aus der Szene des Jüngsten Gerichts singen und spielen moldauische Blashörner.

Im Pronaos befindet sich über der Eingangstür ein Stein, in dem der Name des Gründers (Stefan der Große) und die Zeit der Bauarbeiten eingraviert sind. Des Weiteren kann man hier das Grab von St. Daniel Sihastrul besuchen, der der erste Abt des Klosters gewesen ist. Im Naos ist ein Wandgemälde von Stefan dem Großen abgebildet, mit seiner Frau Maria-Voichita und deren Sohn Bogdan.

UNESCO-Weltkulturerbe

Das Voronet-Kloster wurde 1993, zusammen mit anderen Kirchen in der Moldauregion, in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen und 2015 als historisches Denkmal in Suceava mit dem Klassifizierungscode SV-II-A-05 675 eingetragen.

Öffnungszeiten und Preise

Montag – Sonntag: 07:00 – 20:00
Erwachsene: 3 Lei (0,70€)
Film und Fotografieren: 6 Lei (1,40€)

Bildquellen

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