Piatra Neamt – Das Fürstenhof von Stefan cel Mare

Piatra Neamt ist zu jedes Jahreszeit geeignet

Piatra Neamt ist eine der ältesten Städte in der historischen Region Moldau und repräsentiert eine Seite in der Geschichte dieser Region. Umgeben von Bergen rundherum und von den Fluss Bistrita durchquert. Die Stadt ist bei den Touristen wegen der frischen Luft und der alten Gebäude mit den Geschichten, die sie bewahren, begehrt. Die Natur der Umgebung ist in jeder Jahreszeit ein Traum und lädt Sie ein, eine Wanderung durch die Berge zu unternehmen oder sich auf eine der Skipisten auf dem Berg Cozla zu wagen. Darüber hinaus ist die Aussicht während einer Seilbahnfahrt, wenn die Sonne sich hinter den Gipfeln bei Sonnenuntergang versteckt, einfach nur fantastisch und Sie werden sich in diesen Ort verlieben.

Die Chronik aus den Bergen

Das heutige Territorium der Stadt ist seitdem Prähistorie als eine der ersten europäischen Zivilisationen bewohnt und mit der Zeit begann Piatra Neamt sich zu entwickeln. Die Spuren der Cucuteni-Kultur zeigten einen erhöhten ästhetischen Sinn in jeder Lage. Die Keramik zeichnet sich durch ihre vielfältige Malerei und ihre reiche Verzierung aus. Bis zum 2. Jahrhundert gehörte die Wohnstätte zu den Geto-Dakern. Die Festung Petrodava war von großem politischen und geistigen Wert für das Volk. Nach der römischen Eroberung begann die Information über die Gegend in der Zeit zu verschwinden. Erst 2 Jahrhunderte später tauchte Piatra Neamt in den historischen Dokumenten des 14. Jahrhunderts, in den russischen Chroniken und in den Expeditionsschriften des Königs Sigismund von Luxemburg in Moldau auf.

Im Mittelalter wurde die Ortschaft zu einem wichtigen Handels- und Handwerkszentrum. Die Rolle der Stadt wuchs, sobald Stefan cel Mare „Stephan der Große“ hier sein Fürstliches Gericht erhoben hat. Nach der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden in Piatra Neamt zahlreiche Fabriken, öffentliche Schulen, ein Theater und eine Eisenbahn. Das alles waren wichtige Punkte, die die Stadt zum Zentrum des Kreises Neamt werden ließ. Die Modernisierung der Stadt, die frische Luft und die Nähe zum Berg gab der Stadt den Titel des „touristischen Orts von nationalem Interesse“.

Die herrschaftliche Residenz und die Kirche

In der Altstadt von Piatra Neamt ist das von Stefan cel Mare gegründete architektonische Ensemble erhalten geblieben. Das Herrenhaus „Casa Domneasca“ wurde zwischen 1468 und 1475 gebaut, und obwohl es nur eine herrschaftliche Residenz war, hatte es einen starken politischen und administrativen Einfluss. Gegenwärtig kann man noch Teile der Innenwand und des Kellers sehen, wo die Waffen und das Essen gelagert wurden. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Steinkirche, repräsentativ für den moldawischen Stil. Sie ist nüchtern aber elegant, mit ein paar farbigen Dekorationen und gewölbten Fenstern. Das mittelalterliche Ensemble wird durch den Glockenturm ergänzt, der im Laufe der Zeit zum Symbol der Stadt wurde. Der Turm ist 20 Meter hoch und diente als Beobachtungs- und Zufluchtsort in Belagerungszeiten. Irgendwann war der Turm das imposanteste Gebäude der Stadt. Heute ist er ein Referenzpunkt und einer der Lieblingsplätze der Touristen. Ein Museum wurde zwischen den alten Wänden mit Artefakten aus der Region Neamt und mit einer Kunstsammlung von renommierten rumänischen Künstlern eingerichtet.

Die Legenden über das Herrenhaus erwähnen die Existenz einiger unterirdischer Galerien und Passagen, die es den Adligen erlaubten, die Stadt im Geheimen zu verlassen. Abends, wenn die Straßenlaternen angehen, sind die Straßen in einer romantischen Atmosphäre gehüllt, ideal für einen friedlichen romantischen Spaziergang. Zögern Sie nicht, in den Parcul Tineretului „Jugendpark“ zu gehen, für ein paar Momente der völligen Entspannung, wo der musikalische artesische Brunnen ein Outdoor-Konzert bietet. Die farbigen Wasserstrahlen tanzen nach dem Rhythmus der Musik und schaffen eine harmonische und fesselnde Show.

Die Herrenhäuser der Altstadt

In Piatra Neamt gab es viele Herrenhäuser und Häuser von Personen mit viel Geld und Einfluss, die die Städte mit ihrer Architektur verschönerten. Noch drei von ihnen erinnern an den Stil der vergangenen Jahrhunderte. Das Haus Lalu zum Beispiel gehörte einem italienischen Unternehmer und zeichnet sich durch seine rote Backsteinfassade und das schuppenförmige Schindeldach aus. Auf dem alten Platz der Stadt sticht das Haus Paharnicului zwischen den neugebauten Häusern hervor. Es wurde gebaut, als der Handel die populärste Beschäftigung war, zum Zweck der Warenlagerung. Deshalb steht es mit seinem rein utilitaristischen Aspekt, massiv, nüchtern und mit wenig Ornamenten da. Es überdauerte die Zeit sehr gut und beherbergt derzeit ein Restaurant, in dem man die Atmosphäre des Mittelalters spüren kann. Ebenfalls in der Innenstadt, weist ein rotes Dach auf ein Gebäude des 19. Jahrhunderts hin. Das Ivascu Haus wurde aus Holzbalken auf einem hohen Steinfundament mit einer darüber liegenden Schwelle gebaut. Das Gebäude ist kaum noch in seinen ursprünglichen Zustand, aber es ist eine wertvolle Erinnerung an die Vergangenheit und ein Juwel der rumänischen Architektur.

Eine Expedition in das Herz der lokalen Kultur

Durch den Besuch der Museen in Piatra Neamt werden Sie die lokale Kultur und Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart kennenlernen. Damit Sie sich eine Vorstellung machen können empfehlen wir Ihnen, mit dem Cucuteni Jugendsteinzeit Art Museum zu beginnen, das der bemerkenswertesten europäischen Zivilisation gewidmet ist. Die Cucuteni-Kultur hat die Archäologen durch ihre spektakuläre Ästhetik und die Vielfalt der Kunstobjekte schon immer fasziniert. Die Exponate der Ausgrabungen bilden eine beeindruckende neolithische Sammlung von über 800 Stück. Die figürliche und dekorative Cucuteni-Kunst wird durch das Thema der Muttergöttin dominiert, die mit geometrischen und spiralförmigen Motiven verziert ist. Die gemalten Teller, die Skulpturen, die Knochen- und Kupfer-Juwelen und Werkzeuge sind die Zeugnisse einer einzigartigen Kultur, die sich tief in der Evolution der Menschheit wiederfinden.

Die Entwicklung der Zivilisationen in der Region Neamt wird in den Räumen des Historischen und Archäologischen Museums präsentiert, wo Sie Geto-Daker Reste und Besiedlungsnachweise von der mittelalterlichen bis zur heutigen Zeit entdecken werden. Das Ethnographische Museum auf dem Libertatii-Platz wird Ihnen die traditionellen moldauischen Haushalte näherbringen. Der Webstuhl, der Pflug, das Floß (das beliebteste Transportmittel auf der Bistrita), die Musikinstrumente, die Teppiche, die traditionellen Stoffe, die Möbelstücke und alle notwendigen Werkzeuge für den Bauern erinnern an die archaische Atmosphäre der Dörfer in den Bergen. Das ländliche Universum, so spektakulär in seiner Einfachheit, wird Sie dazu bringen, dass Sie den Alltag vergessen und vereint Sie mit den echten Werten des Lebens.

Das Calistrat Hogas Gedächtnishaus

Calistrat Hogas schrieb hauptsächlich über die Natur und verewigt die schönsten Landschaften Rumäniens. Ein unermüdlich Reisender. Er ging immer auf Wanderungen, auf Bergtouren, durchquerte den Kreis Neamt von einem Ende zum anderen. Seine Bücher beschreiben die Schönheiten dieses Gebietes und laden die Leser ein, den Charme der Umgebung zu entdecken. Das Gedächtnishaus hat einen authentischen rustikalen Stil und bewahrt die persönlichen Gegenstände des Schriftstellers, einschließlich seiner Feder und des Tintenfasses. Die Persönlichkeit des Autors wird in jeder Ecke seines Hauses hervorgerufen. Nachdem Sie das Haus besucht haben, werden Sie ein klareres Bild haben, wer Calistrat Hogas war und was er gemacht hat.

Spaß und Unterhaltung in Piatra Neamt

Touristen aller Altersstufen finden in Piatra Neamt vielseitige und vielfältige Möglichkeiten, sich nach Lust und Laune zu vergnügen. Der Berg Cozla ist einer der attraktivsten Orte der Stadt, mit Skipisten und Restaurants, wo Sie traditionelle Gerichte kosten können. Hier können Sie die frische Luft und die herrliche Landschaft genießen. Wintersportler können ihre Fähigkeiten auf den beiden mittelschweren Pisten testen. Es wurde eine Seilbahn mit Nachtbeleuchtung gebaut, so, dass Sie sich auch abends sportlich betätigen können. Die Piste beginnt in Trei Coline, einem Ort, von dem aus man die mächtigen Bergspitzen des Ceahlu Berge an sonnigen Tagen sehen kann. Wenn Sie sich fragen, wie Sie hier auf 650 Metern Höhe kommen, sollten Sie wissen, dass die Seilbahn am Bahnhof in Piatra Neamt startet. Sie wird Sie über die Stadt führen, so dass Sie das Bistritei-Tal, den Batca-Doamnei-See und die Ruinen der Festung Petrodava bewundern können. Am Abend schaffen die schön beleuchteten Gebäude eine märchenhafte Kulisse.

Im Sommer können Sie ein herrliches Wochenende mit Ihren Freunden am Pool am Ufer des Bistrita verbringen. Neben den Schwimmbädern gibt es hier auch Sportplätze, Spielplätze für Kinder, Restaurants, Clubs und Pensionen, die Ihnen das Gefühl geben, dass Sie am Meer sind. In der Nähe gibt es das Reitzentrum, wo man Reitunterricht nehmen kann oder mit dem Pferdewagen eine Fahrt. Die Pferde und Ponys ziehen Erwachsenen und Kindern so sehr in ihren Bann, dass sie sich kaum von diesem Ort verabschieden mögen. In Piatra Neamt werden Sie die Chance haben den Charme einer ruhigen und malerischen Stadt, perfekt für ein paar Tage voller Entspannung, zu entdecken. Die Geschichte der Stadt, die ideale Lage umgeben von Bergen, macht sie noch attraktiver für jeden Touristen, so dass Langeweile keinen Platz in Ihrem Urlaub findet.

Textquelle: Romanian Travel Guide

 

Bildquellen

  • Der Batca Doamnei See: Radu Gabriel | © Alle Rechte vorbehalten
  • Der Pietricica Hügel: Radu Gabriel | © Alle Rechte vorbehalten
  • Die herrschaftliche Residenz: Radu Gabriel | © Alle Rechte vorbehalten
  • Casa Domneasca: Radu Gabriel | © Alle Rechte vorbehalten
  • Das Geschichtsmuseum: Radu Gabriel | © Alle Rechte vorbehalten
  • Das Jugendtheater: Radu Gabriel | © Alle Rechte vorbehalten
  • Das Ceahlau Gebirge: Radu Gabriel | © Alle Rechte vorbehalten
  • Die Seilbahn aus Piatra Neamt: Radu Gabriel | © Alle Rechte vorbehalten
  • Titelbild Piatra Neamt: Radu Gabriel | © Alle Rechte vorbehalten

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