Timisoara – Kulturhauptstadt Europas 2021

Timisoara, die drittgrößte Stadt in Rumänien

Timisoara ist so etwas wie ein Geheimtipp. Und für eine schöne Überraschung gut. Wenn vor einigen Jahren dem Namen der Stadt bei ausländischen Touristen noch ein exotischer Hauch anhaftete, ist die Stadt heute auf dem besten Wege sich einen Namen zu machen. 2021 ist Timisoara Kulturhauptstadt Europas und etliche Fluggesellschaften haben mittlerweile die Stadt entdeckt. Unter anderen fliegen Lufthansa, Ryanair und Wizz Air den internationalen Flughafen der Stadt an. Zudem ist Timisoara am europäischen Autobahnnetz angeschlossen. Aus München sind es nur 12 Autobahnstunden Fahrt.

Dabei hatte Timisoara schon einmal Ende der 80-er internationale Berühmtheit erlangt. Im Dezember 1989 begann hier der blutige Umsturz der Ceaușescu-Diktatur. Über die Stadt verstreute Monumente und Plaketten erinnern an die Opfer dieser dramatischen Tage. Einige historische Gebäude der Stadt tragen noch Spuren des Kugelhagels von Dezember 1989. Timisoara ist die wichtigste Stadt der historischen Region Banat. Der größte Teil der Region liegt heute im Westen Rumäniens. Der westliche Teil des Banats liegt in Serbien und Ungarn. Dementsprechend bewegt ist die Geschichte der Stadt. Die ehemalige Zugehörigkeit zum Osmanischen Reich hat wenige Spuren hinterlassen. Umsomehr wird das historische Stadtbild von der Zugehörigkeit zum Habsburgerreich und zur k.u.k. Monarchie geprägt. Auffällig sind die Jugendstil-Bauten um die Jahrhundertwende sowie ältere Gebäude mit barocken Elementen. Von der alten Stadtbefestigung ist noch die spektakuläre Theresien-Bastei geblieben. Das renovierte historische Denkmal trägt den Namen der österreischen Kaiserin Maria Theresia. Heute ist die Bastei das Zuhause schmucker Kaffees und wird auch für Konzerte genutzt. Auch Kaiserin Sissi hat in Timisoara Spuren hinterlassen. Der Stadtteil Elisabethstadt trägt noch heute ihren Namen.

Kulturelle Vielfalt

Die rumänische Zwischenkriegszeit bereicherte die Stadt mit neobizantinischer Architektur. Die ortodoxe Kathedrale am Siegesplatz ist nicht nur der Sitz des rumänisch-ortodoxen Metropoliten, sondern auch ein einzigartiger Bau unter den ortodoxen Kirchen Osteuropas, der auch Einflüsse bukowinischer Klosterbauten aufweist. Die Vielfältigkeit lokaler Gotteshäuser weist auf einen wichtigen Charakterzug der Region hin. Das Banat war schon immer ein Melting Pot. In Timisoara findet man nebst rumänisch-ortodoxen Kirchen auch Synagogen, römisch-katholische und griechisch-katholische Kirchen, aber auch evangelische, reformierte und serbisch-ortodoxe Kirchen. Es gibt ein rumänisches, ein deutsches und ein ungarisches Staatstheater. Kulturmäßig gibt sich Timisoara mal konservativ, mal unkonventionell. Es gibt ein internationales Folklore-Festival aber auch ein internationales Graffiti-Festival. Eine Oper, ein philharmonisches Orchester, zahlreiche Musik- und Theaterfestivals, mehrere Museen, weitere traditionelle oder neuere Kulturprojekte runden das Kulturangebot der Stadt ab. Timisoara wird regelmäßig für den lebenswertesten Städten Rumäniens gewählt. Die Bewohner genießen offenbar das Leben in ihrer Stadt, die auch Besuchern einiges zu bieten hat. Sie können die Stadt zu Fuß oder auch per Rad erkunden. Allein oder mit Reiseführer. Beides, Mietrad und Reiseführer, sowie einiges mehr finden Sie zum Beispiel bei “Timisoara Walking & Bicycle Tours”.

Textquelle: B. Neurohr

Bildquellen

  • Piata Unirii: Eugen Marculescu | © Alle Rechte vorbehalten
  • Das Blumen Festival: Eugen Marculescu | © Alle Rechte vorbehalten
  • Timisoara Walking & Bicycle Tours: L. Samoila | © Alle Rechte vorbehalten
  • Timisoara: Eugen Marculescu | © Alle Rechte vorbehalten

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