5 Wehrkirchen aus Rumänien

In Rumänien gibt es ungefähr 18.450 Kultstätten und in Transsilvanien gibt es etwa 150 gut erhaltene Wehrkirchen von den 300 ursprünglich erbauten. Kirchen, Kathedralen, Gebetshäuser, Moscheen und Synagogen. Sieben der Wehrkirchen gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Region Transsilvanien ist tatsächlich die Region, mit der höchsten Anzahl von bestehenden Wehrkirchen aus dem 13.-16. Jahrhundert.

Ein bisschen Geschichte

Im 12. Jahrhundert begannen sich die Sachsen in Transsilvanien, oder auch Siebenbürgen genannt, niederzulassen, insbesondere in der Umgebung von Sibiu. Die Stadt Sibiu wurde auch zum Mittelpunkt dieser wachsenden Gemeinde. Bis zum 15. Jahrhundert spielten Kirchen ihre vorgesehene Rolle als Kultstätten. Aber die osmanischen Invasionen verändern alles und die Kirchen in Siebenbürgen wurden zu Symbolen für den Widerstand gegen ausländische Unterdrücker. Die wichtigsten Dörfer wurden vollständig befestigt, während in kleineren Städten die Befestigung um die Kirchen herum errichtet wurde. Sie wurden zu echten Hochburgen mit Schutzmauern, Aussichtstürmen, Schutzgängen, Versorgungsräumen und Wohnvierteln, in die sich die Dorfbewohner zurückziehen konnten.

Die Wehrkirche von Biertan

Biertan wurde Ende des 15. – Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut und ist seit 1999 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Aufgrund der Bedrohung durch die Osmanen wurde es im Gegensatz zu den anderen Kirchen in der Region, von Anfang an befestigt. Es hat drei konzentrische Mauern, 6 Verteidigungstürme, zwei Bastionen und drei Gebäude. Für die osmanischen Invasionen sollte diese Wehrkirche undurchdringlich sein. Die Kirche in Biertan besitzt auch einen Türverriegelungsmechanismus, der als technisches Meisterwerk gilt. Denken Sie daran, dass dies im Jahr 1515 erbaut wurde und 19 Schlösser gleichzeitig mit einem einzigen Schlüssel geöffnet wurde.

Die faszinierendste Geschichte hinter Biertan hängt jedoch damit zusammen, wie es mit Paare, die sich scheiden wollten vorgegangen ist. Das Paar wurde zwei Wochen lang im Gefängnisturm eingesperrt und gezwungen, eine Lösung für ihre Probleme zu finden. Es war ein kleines Zimmer mit nur einem Bett, einem Tisch, einem Teller und einem Satz Besteck. Ich vermute jedoch, dass es keine Messer gab… Diese Art und Weise hatte anscheinend Wunder gewirkt, denn in mehr als 400 Jahren entschied sich nur ein Ehepaar für die Scheidung.

Die Festungskirche Axente Sever

Axente Sever liegt nördlich von Sibiu und ist eine wirklich kleine Gemeinde. Die kleine Gemeinde hat ungefähr 3500 Einwohner, aber sie hat eine eigene Wehrkirche! Diese Kirche ist seit über 700 Jahren alt und man kann die Abnutzung an den Wänden und am Turm sehen. Das Gebäude wurde 2009 renoviert und beherbergt heute ein Museum mit traditionellen sächsischen Objekten sowie einige Räume, die gemietet werden können. Die traurige Wahrheit ist jedoch, dass weder die Dorfbewohner noch die rumänische Regierung etwas mit der Restaurierung, dem Museum oder dem Sammeln der traditionellen Gegenstände zu tun hatten. Dies war die Arbeit des leidenschaftlichen Holländers, Antoine van Rijen.

Aus Respekt vor der Geschichte und wegen der Ähnlichkeiten zwischen der sächsischen und der flämischen Kultur sammelte er die notwendigen Ressourcen und leitete den Restaurierungsprozess ein. Der Innenhof ist sehr schön angelegt, mit einigen ausgestellten mittelalterlichen Waffen. Das Museum beherbergt viele traditionelle Gegenstände und Sie können tatsächlich ein paar Nächte hier, in den rustikalen Räumen, verbringen. Im Sommer können Sie auch ein Fahrrad mieten und die Gegend erkunden. Der Preis für eine Übernachtung in der Wehrkirche beträgt nur 10 € / Nacht.

Die Wehrkirche von Medias

Die kleine Stadt Medias hat eine Geschichte von etwas mehr als 750 Jahren! Die Wehrkirche ist das Herzstück der Stadt und wurde Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut. Die Befestigung um das Gebäude besteht aus einer doppelten Verteidigungsmauer und vier Verteidigungstürmen.
Der Hauptturm, der mit seinen bunten Dachziegeln auffällt, hat eine Höhe von ca. 70 m. Ende des 15. Jahrhunderts wollten die Bauherren den Turm sogar höher als die Stephanskirche in Wien bauen, doch der Legende nach, wurde ihr Stolz von Gott bestraft, der ihnen eine Lektion erteilen wollte, und so begann sich der Turm zu neigen.

Dieser Hauptturm heißt „Der Trompetenturm“. Aufgrund seiner Höhe war es ein idealer Beobachtungspunkt und im Falle einer Gefahr würde der Trompeter Alarm schlagen. Dieser Job war wirklich stressig, denn wenn er einen Fehler machte, wurde er aus dem Fenster geworfen. Der Trompeterturm diente bereits 1476 als Gefängnis für Vlad der Pfähler (alias Dracula), als er mit dem ungarischen König Matthias Corvinus in Konflikt geriet.

Die Wehrkirche von Harman

Harman liegt etwa 10 km von Brasov entfernt und der Name bedeutet wörtlich Honigberg. Im 13. Jahrhundert war seine Gegend für die Honigproduktion bekannt. Ein, zu dieser Zeit, wertvoller Handel. Die Befestigungen kamen später, im 15. Jahrhundert, und waren undurchdringlich. Die Wehrkirche von Harman wurde von Türken, Sachsen, Moldawiern und Wallaern angegriffen, aber nie erobert. Harman hat 5 Seuchen, 4 Überschwemmungen und 2 Brände überstanden. Die Befestigungen umfassten 3 Schutzmauern und die höchste war 12 m hoch. Des Weiteren befinden sich 7 Türme, zahlreiche Mordlöcher und einen Burggraben. Ähnlich wie in der größeren Kirche in Prejmer, befanden sich in den Mauern der Festung Räume, in denen sich die Menschen während der Belagerungen verstecken konnten. Die Kapazität betrug allerdings nur für 800 Personen.

Die Wehrkirche von Prejmer

Prejmer liegt 15 km von Brasov entfernt und ist die größte befestigte Kirche in Südosteuropa. Sie wurde 1999 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Im frühen 13. Jahrhundert wurde sie von den Germanen gebaut und schließlich von den Sachsen übernommen. Im 15. Jahrhundert, als die osmanischen Invasionen begannen, wurden Befestigungen an der Kirche angebracht. Das Dorf wurde mehr als 50 Mal zerstört, die Kirche wurde aber nur einmal erobert. Die Befestigungen wurden von Sigismund von Luxemburg angeordnet und umfassten kreisförmige Mauern mit einer Höhe von 12 m und einer Breite von bis zu 5 m, einen wassergefüllten Wassergraben, Zugbrücken, 5 Wehrtürme, Mordlöcher und einen geheimen unterirdischen Tunnel.

Was dieser Verteidigungsstruktur jedoch zum Verhängnis wurde, war das „Organ des Todes“. Eine Kriegsmaschine aus mehreren Waffen, die gleichzeitig schießen konnten. Genau wie in der Harman-Kirche, wurden innerhalb der Festungsmauern 272 Räume errichtet, die in Friedenszeiten als Lager und in Kriegszeiten als Unterschlupf dienten. Jedes Zimmer hat eine Nummer an der Tür, die der Nummer des Hauses im Dorf entspricht. Jeder Familie wurde daher ein Raum zugewiesen, der von einer Generation an eine andere weitergegeben wurde. Die Festungsmauer hatte eine Gesamtkapazität von 1.600 Personen.

Dies sind nur einige, der wunderbaren Wehrkirchen in Siebenbürgen, und ich habe vor, die Gegend erneut zu besuchen und Ihnen weitere interessante Fakten über die anderen zu bringen, denn wie Sie sehen können, sind die Geschichten dahinter ziemlich faszinierend.

Textquelle: Jaunting Trips

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